
Ausstellen von Architekturen der transimperialen Ökonomie.
Räume der Tee-Lieferkette vom kolonialen Indonesien nach Deutschland (1830–1940)
Modul: AR30416 MA-Projekt + AR30359 Architekturausstellung (Seminar zum MA-Projekt)
Kurs: Research and Curatorial Studio
ECTS: 15 ECTS
Tutoren: Prof. Dr. Andres Lepik, Geraldus Martimbang
Studiengang: Master
Max. Teilnehmerzahl: 10
Kick-off: 14 April 2026 – Seminarraum 0340B
Abgaben:
- Einzelpräsentation zu einer ausgewählten Lektüre (20 Min.)
- Verzeichnis der Primärquellen
- Gestaltung der individuellen Ausstellungspräsentation und kuratorische Texte
- Ausstellungsobjekte (ausgewählte Primärquellen und Analyseergebnisse, in Form von Modellen, Zeichnungen, Installationen, Collagen usw.)
Sprache: Deutsch und Englisch (Die Hauptsprache ist Englisch. Die Texte und Diskussionen im Seminar richten sich jedoch nach der Sprache der Texte. Die wöchentliche Feedbackrunde, Kritiken und Abschlusspräsentation können individuell auf Englisch oder Deutsch abgehalten werden.)
Zeitplan:
- Atelier. Jeden Dienstag, 9:45 – 18:15 Uhr – Seminarraum 0340B
- Seminar. Jeden Mittwoch, 9:45 – 11:15 Uhr – Seminarraum 0340B
- Kritik I. 19. Mai 2026 – Seminarraum 0340B
- Kritik II. 30. Juni 2026 – Seminarraum 0340B
- Ausstellungsaufbau. 20. – 22. Juli 2026 – Pavillon 333
- Abschlusspräsentation. 22. Juli 2026, 9:45 – 13:00 Uhr – Pavillon 333
Inhaltliche Vorraussetztung:
- Begeisterung für architekturgeschichtliche Forschung, Lesen umfangreicher Texten und Arbeit mit Archiven
- Sicherer Umgang mit der Adobe Creative Suite und gute Kenntnisse in gängigen Architekturprogrammen (z. B. CAD- und 3D-Modellierungssoftware).
- Gute Deutsch- und Englischkenntnisse. Bereitschaft, mit Hilfe von Übersetzungsprogrammen an Materialien in anderen Sprachen zu arbeiten.
Inhaltsbeschreibung:
Gemeinsam mit dem Ausstellungsprogramm des Lehrstuhls Convivium widmet sich dieses Research and Curatorial Studio der hochaktuellen Frage des „Food Systems“ – am Beispiel einer scheinbar alltäglichen, tatsächlich jedoch hochpolitischen Ware: Tee im kolonialen Zeitalter. Studierende lernen, architekturhistorische Forschung zu betreiben, ihre Ergebnisse kuratorisch aufzubereiten und in einer einwöchigen temporären Ausstellung öffentlich zu präsentieren.
Die Mehrheit der heute global konsumierten Lebensmittel – darunter Tomaten, Kartoffeln, Äpfel, Tee, Kaffee oder Schokolade – ist tief in westliche, imperiale und koloniale Wirtschaftsstrukturen eingebettet. Dieses Studio untersucht koloniale Formen der Tee-Landschaftsproduktion im kolonialen Indonesien (Produktion), die globalen Handelsinfrastrukturen (Distribution) sowie die Konsumpraktiken in westlichen Metropolen – mit einem besonderen Fokus auf Deutschland. Das Studio verfolgt einen multi-sited approach: Es begleitet den Tee auf seiner transimperialen Reise zwischen 1840 und 1940 – von den Plantagen über die Handelsrouten bis in die urbanen Teehäuser Europas.
Im Unterschied zu einem klassischen Entwurfsstudio steht hier die Forschung im Mittelpunkt. Im Research and Curatorial Studio erhalten Studierende eine intensive Ausbildung als Forscher:innen der Architekturgeschichte. Sie sammeln historische Quellen, analysieren diese mit architektonischen Werkzeugen und arbeiten – neben der Lektüre zentraler Forschungstexte in wöchentlichen Seminaren und Workshops – direkt mit Archivmaterialien, vor Ort oder digital. Neben der Synthese von Primärquellen (Archiven) und Sekundärliteratur nutzen die Studierenden visuelle und architektonische Forschungsmethoden – darunter Architekturzeichnungen, räumliche Analysen, interpretative Kartografien, Modelle und Installationen. Um innerhalb eines Semesters zu fundierten Ergebnissen zu gelangen, erhalten alle Teilnehmenden ein klar umrissenes Teilthema sowie strukturierte Input-Sessions; studierenden können selbts für eine Arbeitsgruppe oder individuelle Arbeit entscheiden.
Den Abschluss bildet die kuratorische Phase: Die Studierenden konzipieren, gestalten und realisieren eine einwöchige Ausstellung ihrer Forschungsergebnisse. Die materielle Produktion wird vom Lehrstuhl finanziert. Die Ausstellung eröffnet in den letzten Wochen des Studios im Pavilion 333. Dieses Research and Curatorial Studio bietet eine einzigartige Gelegenheit, den gesamten kuratorischen Prozess zu erleben – von der historischen Recherche bis zur öffentlichen Präsentation.
Exkursion: Museen, Archive, Teeläden, Teebars in und um München (kostenlos)
Bemerkung: Bewerbung über den Projektmarkt. Wenn du sehr motiviert bist, an dem Kurs teilzunehmen, schicke bitte ein kurzes Motivationsschreiben an geraldus.martimbang@tum.de, damit deine Bewerbung vorrangig berücksichtigt wird.
Schwerpunkte: Verflechtungen von Architektur und Wirtschaft, Architekturen der globalen Lieferkette von Waren, (koloniale und) transimperiale Geschichte