Schlusskritik des Bachelor- und Masterprojekts stadtLANDfluss - Gestaltung multifunktionaler Spreeufer in Berlin an der Professur für Landschaftsarchitektur regionaler Freiräume.
Über das Projekt:
Die Spree ist die blaue Hauptschlagader Berlins. Ihre Ufer sind geprägt von einer hohen Dichte an politischen, kulturellen, wirtschaftlichen und touristischen Nutzungen. Heute bleibt das Potenzial dieses Flussraums weitgehend ungenutzt: Schwimmen ist aufgrund von schlechter Wasserqualität und dem Vorrang für die - fast ausschließlich touristische - Schifffahrt verboten, die Uferzonen sind vielfach monofunktional ausgebildet und in weiten Teilen nur eingeschränkt zugänglich. Im Rahmen des Projektes wird untersucht, wie das Spreeufer als multifunktionaler Freiraum für die Stadtgesellschaft weiterentwickelt werden kann.
Ausgangspunkt ist die Analyse der angrenzenden Quartiere entlang des betrachteten Abschnitts. Jedes Viertel – vom Regierungsviertel über die Museums- und Kulturstandorte bis hin zu den urbanen Wohn- und Kreativquartieren rund um Friedrichshain-Kreuzberg – stellt unterschiedliche Anforderungen an die Nutzung des Wassersaums. Aus dieser Vielfalt gilt es, spezifische Typologien für Freiraumlösungen abzuleiten, die sowohl lokale Identitäten berücksichtigen als auch übergeordnete stadträumliche Zusammenhänge stärken.
Ein zentrales Ziel ist die Entwicklung neuer Freiraumformen am und mit dem Wasser, die den Menschen und seine vielfältigen Nutzungen in den Mittelpunkt stellen. Mehrfachnutzung wird dabei als Mehrwert verstanden. Darüber hinaus wird der Umgang mit den absehbaren Wasserknappheiten aus dem Spreewald und der Lausitz thematisiert. Strategien zur Resilienzsteigerung, etwa über Retentionsflächen, adaptive Ufergestaltungen oder den Einsatz von Reinigungs- und Speichertechnologien, werden in die Entwürfe integriert. Langfristig könnte so nicht nur das Schwimmen in der Spree ermöglicht werden, sondern auch ein neuer, zukunftsfähiger Stadtraum entstehen, der ökologischen Herausforderungen begegnet und gleichzeitig ein kollektives Erlebnis für die Berlinerinnen schafft.
Wann:
Montag, 02.02.2026
13:15-18:15 Uhr
Wo:
Studio O5
Institutsgebäude für Landespflege
Emil-Ramann-Straße 6
Freising (Campus Weihenstephan)