TUM Projekte beim wa award 2026 geehrt
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Der wa award 2026 stand unter dem Thema “Konstruktive Räume” und rückte die Auseinandersetzung mit Baukonstruktion, Material und Fügung in den Fokus. Gesucht wurden Projekte, die neue Wege im Umgang mit Struktur und Material entwickeln und insbesondere adaptive Ansätze für den Umbau und die Weiterentwicklung des Bestands aufzeigen.
Die Bachelorthesis “Vom Rohstoff zum Bauteil - Lehmstein in der Anwendung” von Valëza Halili und Moritz Saul wurde mit einem Preis ausgezeichnet. Das Projekt wurde vom Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren (Prof. Florian Nagler) betreut.
Der Entwurf entwickelt auf dem Werksgelände eines niederbayerischen Ziegelherstellers einen Ausstellungsbau aus ungebrannten Lehmsteinen, der Ausstellung, Lager und einen Versammlungsraum kombiniert. Ein kompakter Lehmkörper wird von einem weit auskragenden Holzdach geschützt und entlang einer 42 Meter langen Achse durch Strebepfeiler strukturiert. Im Mittelpunkt steht der konstruktive Umgang mit dem Material sowie die Entwicklung eines Regeldetails für den Anschluss von Dach und Lehmwand.
Die Jury würdigt insbesondere die konsequente Auseinandersetzung mit dem vernakulären Baustoff Lehmstein sowie die „intensive Untersuchung des Materials im Maßstab des Details“. Das präzise ausgearbeitete 1:1-Modell machten die konstruktiven Prinzipien anschaulich und zeigten eine hohe entwurfliche und handwerkliche Qualität.
Die Semesterarbeit “Werk für Metallarbeiten” von Amos Heyl und Jan Ley entstand am Lehrstuhl für Entwerfen und Gestalten (Prof. Uta Graff) und wurde mit einer Anerkennung geehrt.
Das Werk für Metallarbeiten liegt auf einer isolierten Parzelle des ehemaligen Rangierbahnhofs München Ost in Berg am Laim. Auf einem angehobenen Sockel organisiert ein System aus Wänden Werkstätten, Höfe und Arbeitsräume für Handwerk, Ateliers und Residencies. Der Bestand bleibt als vertikaler Erschließungsbaustein erhalten. Der Sockel bildet eine durchgehende Plattform und setzt sich vom Bestand ab. Entlang der Gleislogik gliedern sich die Nutzungen; Versprünge und Öffnungen im Mauerwerk ermöglichen Übergänge zum Gleisniveau. Ein umlaufendes Mauerwerk prägt den Ausdruck und fasst Konstruktion und Raum zu einer robusten Einheit.
Die Bachelorthesis “threshold” von Betül Calisan, Maria Hessmert Hurtado und Geonhee Ko wurde vom Lehrstuhl für Städtebau und Wohnungswesen (Prof. Stephen Bates) betreut und erhielt eine Anerkennung.
Der Entwurf setzt sich mit den fragmentierten, halb-industriellen Stadtbereichen Berlins auseinander und reagiert auf räumliche Lücken und Diskontinuitäten im städtischen Gefüge. Durch Urban Mining werden Materialien rückgewonnen und wiederverwendet, um Neubau und Bestand zu verknüpfen.
Ein großer gemeinschaftlicher Raum, die Aktivierung der bestehenden Zwischenräume als urbane Schwelle sowie die Umnutzung eines Parkplatzes strukturieren dabei das Konzept. Das Gebäude ist als offene Struktur aus Stützen und Kernen konzipiert. Eine demontierbare Fassade und nichttragende Wände ermöglichen maximale Flexibilität und spätere Umnutzungen.
Der Nachwuchspreis wird jährlich von der Zeitschrift “wettbewerbe aktuell (wa)” für Studierende der Architektur ausgelobt und fand dieses Jahr unter dem Titel "Konstruktive Räume - Neue Wege im Umgang mit Material und Fügung" statt. Der Preis ist auf 5000€ (Gesamtpreissumme) dotiert.
Weitere Informationen auf wettbewerbe aktuell