Fremd und selbstverständlich
Gaststudio Hollstein | Sommersemester 2026
Entwurfsprojekt Master, 15 ECTS
Das Weiterbauen bestehender Strukturen kann im vertrauten Siedlungs- oder Stadtbild zunächst fremd wirken. Denn beim Weiterbauen handelt es sich um einen Eingriff in eine bereits existierende Ordnung und nicht um ein bloßes Add-on. Proportionen, Abstände, Übergänge und Rhythmen verschieben sich und verändern die Wahrnehmung des Ortes. Ist diese Verschiebung jedoch präzise gesetzt und wird eine neue Ordnung lesbar, kann das, was heute fremd erscheint, morgen selbstverständlich werden.
In einer bestehenden Zeilenbebauung in Graz entwickeln wir verschiedene Konzepte des Weiterbauens anhand konkreter Gebäude und prüfen deren architektonischen Konsequenzen im Bild*. Ziel ist ein Entwurf, der Alt und Neu so fügt, dass eine neue Selbstverständlichkeit entstehen kann.
Dabei fragen wir uns: Welche Teile des Bestands sind tragend – räumlich, konstruktiv, atmosphärisch? Wie können bestehende Qualitäten weiter ausformuliert und bislang verborgene Potenziale sichtbar gemacht werden? Wie werden aus den Flächen zwischen den Zeilen lesbare Räume? Und wann wird eine Siedlung zu einem Stück Stadt, oder zu etwas Drittem, das heute noch keinen Namen hat?
* Das „Bild“ in Form von Fotografien, Handzeichnungen, Collagen und Visualisierungen wird als Werkzeug verwendet, um Antworten auf die Frage nach dem zukünftigen Erscheinungsbild des Quartiers zu formulieren.
Entwurfsbetreuung: Svenja-Rebecca Hollstein / Lennart Reidelbach
Einführung in den Entwurf: Mittwoch, 15.04.2026, 12 Uhr, am Lehrstuhl, Raum 4160
Exkursion Graz: 22.04.2026 bis 26.04.2026 (An-/Abreise & Unterkunft in Eigenregie, 25€ Führungen etc.)
Regeltermine: immer mittwochs ab 12 Uhr
