Szenografie: From the Unfinished
Das Seminar Szenografie setzt sich im Wintersemester 2026/27 mit der zunehmenden Akzeptanz für das Unfertige in der Architektur auseinander: Verstärkt durch die drängenden Themen der Zeit rücken mehr und mehr architektonische Konzepte in den Fokus, die mit den bisher bekannten Maximen des Architekturentwurfs brechen. Das Erreichen konzeptioneller und räumlicher Klarheit, präziser Fügungen und harmonischer Materialkombinationen galten bislang als verlässliche Kriterien zur Bewertung architektonischer Projekte. Diese Maßstäbe werden zunehmend durch Entwürfe infrage gestellt, in denen Brüche, sichtbare Reparaturen und sogar die zweckmäßige Transplantation bestehender baulicher Elemente im Zentrum stehen. Die so entstehenden Raumgefüge sind häufig komplex, heterogen und überraschend. Sie heißen das Unerwartete, das Ungeschliffene, teilweise das Surreale willkommen. Sie erlauben das Nebeneinander verschiedenster Schichten und Zustände, bestehen aus punktuellen Reparaturen oder bilden eine Collage verschiedenster Elemente.
Was sich hinter dem wiedergefundenen Phänomen des Unfertigen verbirgt, ist mehr als Pragmatismus und Ressourceneffizienz. Hier zeigt sich die Arbeit an neuen räumlichen Kategorien und zugleich die Formulierung einer architektonischen Ästhetik, die etablierte Auffassungen von Schönheit, Angemessenheit und Stimmigkeit kontrastiert. Das Unfertige wird damit nicht als Mangel verstanden, sondern als produktiver Zustand. Es ist eine Form des Entwerfens, die Veränderung, Überlagerung und Konversion zum konstituierenden Prinzip macht.
Im Seminar Szenografie steht die gezielte Auseinandersetzung mit dem Unfertigen in der Architektur im Zentrum der Entwicklung einer architektonischen Sequenz. Dabei reflektiert die Arbeitsweise im Seminar in direkter Weise das zu untersuchende architektonische Phänomen: Bereits vorhandene, großmaßstäbliche Innenraummodelle werden im Laufe des Semesters wiederverwendet, zerschnitten, zusammengefügt und zu neuen räumlichen Konstellationen erweitert. In einem weiteren Arbeitsschritt werden diese Modelle filmisch dokumentiert. Die daraus entstehenden Kurzfilme eröffnen jeweils eine eigene Perspektive auf das Thema des Unfertigen in der Architektur. Dabei sind die entstandenen Räume selbst die Hauptakteure der filmischen Erzählung. Ihre Kontraste und Übergänge, Brüche und Ambiguitäten werden durch die filmische Umsetzung in direkter Weise erfahrbar.
Arbeitsweise
Das Seminar beinhaltet den Entwurf einer innenräumlichen Sequenz. Die Arbeit ist maßgeblich durch die Erstellung großformatiger Innenraummodelle bestimmt. Diese werden als experimentelle und entwerferische Werkzeuge eingesetzt. Dabei sind unkonventionelle und neue Ansätze im Modellbau ausdrücklich erwünscht.
Fixplatzvergabe
15.10.2026
weitere Informationen in gesonderter Mail nach Anmeldung auf TUM online
Zur Teilnahme am Seminar ist die physische Abgabe einer Vorübung bis zum Mittwoch, 14.10.2026 notwendig. Details zur Übung finden sich auf einem separaten Arbeitsblatt.
Einführung
16.10.2026. 09:30Uhr, Foyer HFF München
Bernd-Eichinger-Platz 1, 80333 München
Seminar
reguläre Termine: freitags, 09:30Uhr – 13:00Uhr
Sondertermine:
Freitag, 23.10.2026. 12:30Uhr - 16:30Uhr
Donnerstag, 19.11.2026. 09:30 - 13:00Uhr
Montag, 14.12.2026. 09:30 - 13:00Uhr
Montag, 01.02.2027. 09:30 - 13:00Uhr
Drehwoche
11.01.2027 -15.01.2027
Aufführung
15.02.2027, Kino HFF
Bearbeitung
Das Seminar findet in Kooperation mit dem Kamerastudiengang der HFF München statt. Die Semesteraufgabe wird von Gruppen aus je drei Architekturstudierenden und einem Mitglied des Kamerastudiengangs bearbeitet.
Kostenschätzung für Materialien
300€-400€/Gruppe.