OfficeFarming

OfficeFarming befasst sich mit der nutzerzentrierten Konzeption, Entwicklung und Erprobung von Systemlösungen zur Integration des Anbaus essbarer Pflanzen in die Arbeitsumgebung und deren Überführung in eine anwendungsfähige Produktlösung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Indoor- und Vertical-Farming-Technologien räumlich und funktional in Büroarchitekturen integriert werden können und zugleich neue Formen der Interaktion zwischen Mensch, Pflanze und Lebensmittelproduktion ermöglichen. Anders als bei einer rein dekorativen Innenraumbegrünung wird die Vegetation dabei als produktiver Bestandteil der Arbeitsumgebung verstanden: Die Nutzer können Wachstumsprozesse unmittelbar erleben und die vor Ort produzierten Pflanzen ernten und konsumieren.
Im Rahmen des Projekts wurde ein modulares Anbausystem für Salate, Kräuter und Microgreens entwickelt, das speziell für den Einsatz in Büroräumen konzipiert ist. Die von der Gebäudestruktur unabhängigen vertikalen Module ermöglichen die Integration der Lebensmittelproduktion in bestehende Innenräume und verbinden diese mit einer funktionalen und gestalterischen Aufwertung unterschiedlicher Büroraumtypologien. Je nach räumlicher Situation können sie beispielsweise als begrünte Raumteiler zwischen Arbeitsbereichen oder als prägende Elemente gemeinschaftlich genutzter Kommunikations- und Aufenthaltsbereiche eingesetzt werden. Die Integration in unterschiedliche Büroraumtypologien wurde im Projekt praktisch erprobt.
Das entwickelte System kombiniert eine auf das Pflanzenwachstum abgestimmte künstliche Beleuchtung mit Sensorik, Datenerfassung und intelligenter Systemsteuerung sowie eine bedarfsgerechte Bewässerung und einen geschlossenen Wasserkreislauf. Die Pflanzen wachsen direkt in den OfficeFarming-Modulen und werden dort über ihren Wachstumszyklus bis zur Ernte kultiviert. Die Nutzer können ihre Entwicklung im Arbeitsalltag unmittelbar beobachten und die erntereifen Salate, Kräuter und Microgreens direkt vor Ort konsumieren. Damit wird Lebensmittelproduktion zu einem sichtbaren und erlebbaren Bestandteil der täglichen Arbeitsumgebung.
Das Konzept verbindet lokale Lebensmittelproduktion mit ressourcenschonendem Anbau und verkürzt die räumliche Distanz zwischen Produktion und Verbrauch. Gleichzeitig schafft OfficeFarming eine neue Schnittstelle zwischen Architektur, Vegetation und Lebensmittelproduktion und macht Prozesse des Pflanzenwachstums und der Erzeugung für die Nutzer unmittelbar erfahrbar. Die im Projekt durchgeführten Nutzeruntersuchungen zeigen dabei neben der Wahrnehmung von Nachhaltigkeit insbesondere ästhetische, sozial-interaktive und atmosphärische Qualitäten der Module.
OfficeFarming verbindet damit Forschung und Produktentwicklung: Ausgehend von nutzerzentrierten Untersuchungen wurden räumliche, technische und gestalterische Anforderungen iterativ in Prototypen überführt, unter realen Bedingungen erprobt und zu einem modularen System für den Einsatz in Bürogebäuden weiterentwickelt. Das Forschungsprojekt bildet zugleich eine Grundlage für weiterführende Arbeiten zur Integration produktiver Vegetation und landwirtschaftlicher Produktionssysteme in Gebäude.




