Green Typologies: Researching Voids

Green Typologies: Researching Voids ist ein forschungsorientiertes, experimentelles Seminar, das darauf abzielt, Methoden zur Analyse und Darstellung unsichtbarer, aber dennoch spürbarer Phänomene in Landschaften zu entwickeln. Wir werden untersuchen, welche Datensätze unsichtbarer, flüchtiger und kontinuierlicher Phänome wie Geruch, kühler Luft, Hitze und Verschmutzung zur Verfügung stehen, und diese digital darstellen. Was erzählt uns die Luft über unsere Landschaften? Aufbauend auf dem urbanistischen Konzept der „Smellscapes“ untersucht das Seminar die flüchtigen Bedingungen, die über das Medium Luft transportiert werden, als analytischen Bezugsrahmen für die Landschaftsarchitektur. Während die Disziplin der Landschaftsarchitektur traditionell die visuelle Wahrnehmung in den Vordergrund gestellt hat, werden immaterielle Phänomene dennoch täglich erlebt, bleiben jedoch bislang weitgehend unerforscht und unverstanden. Während Landschaftsarchitektur und Architektur dazu tendieren, „Volumen“ und „Objekte“ im Raum zu planen, werden wir uns stattdessen darauf konzentrieren, was uns das „Dazwischen“ beziehungsweise die Leerräume über einen bestimmten Außenraum sagen können. Bei der Arbeit in und um München werden die Studierenden diese unsichtbaren Schichten freilegen, um die darin enthaltenen sozioökonomischen und räumlichen Nuancen zu verstehen.
Dieses Seminar ist der zweite Teil von Green Typologies; der erste Teil, Scented Landscapes, fand im Sommer 2026 statt, eine Teilnahme daran ist jedoch keine Voraussetzung. Im Sommer beschäftigten sich die Studierenden auf Grundlage ihrer eigenen Feldforschung intensiv mit experimentellen analogen und digitalen Darstellungen von Landschaftsgerüchen. In diesem Winter liegt der Fokus auf grüner und grauer Infrastruktur und auf deren Einfluss auf die Zwischenräume, insbesondere auf die Luft. Dazu werden die Studierenden nach bestehenden Datensätzen suchen und diese mithilfe digitaler Methoden wie D3.js räumlich und zeitlich darstellen. In einem zweiten Schritt werden sie ihre Ergebnisse analysieren, indem sie eine Hypothese über den Raum formulieren und weitere zugrunde liegende Faktoren identifizieren, die zu berücksichtigen sind, um zu prüfen, ob sich Korrelationen feststellen lassen.
Während die in der Luft enthaltenen Phänomene sehr ungleichmäßig erfasst werden – bemerkenswerterweise werden Beeinträchtigungen und Verschmutzung deutlich häufiger dokumentiert als Nutzen oder angenehme Erfahrungen –, stehen die Studierenden vor der Herausforderung, geeignete Datensätze zu finden und zusammenzustellen. Mithilfe dynamischer Karten werden sie die Geschichte hinter dem jeweiligen Datensatz vermitteln: Warum sind diese Daten relevant? Und für wen?
Lektüren, Gastvorträge und Workshops sowie interdisziplinäre Perspektiven erweitern das methodische Spektrum. Das Seminar legt den Schwerpunkt auf experimentelle, datenbasierte Ansätze und kritische Reflexion und mündet in der Entwicklung einer dynamischen Karte, die dem jeweiligen Datensatz entspricht. Kenntnisse im Programmieren, in der Funktionsweise der D3.js-Bibliothek und in anderen codebasierten digitalen Visualisierungsmethoden sowie in QGIS werden empfohlen, sind jedoch keine Voraussetzung.
Das Seminar richtet sich an Studierende der Landschaftsarchitektur, Architektur und des Urban Design (BA/MA) mit Interesse an transdisziplinären Ansätzen. Die Teilnahme ist auf 20 Studierende begrenzt, die nach erfolgreicher Bearbeitung einer Einführungsaufgabe ausgewählt werden.