M.A. Projekt | M.A. Entwurfsstudio
Wintersemester 2026/27

CARE TO CHANGE, REGENSBURG? Vom Warenhaus zum Wohnzimmer
M.A. ARCHITEKTUR | M.SC. URBANISTIK | 15 ECTS
Gesellschaftliche Megatrends wie Klimawandel, Digitalisierung sowie veränderte Konsum- und Arbeitsformen hinterlassen zunehmend alltäglich erfahrbare Spuren in vielen deutschen Innenstädten (vgl. Batista und Siedle 2025). Orte, die einst als lebendige Zentren kollektiver Identität fungierten, sind heute von Leerstand, Funktionsverlust und Exklusion geprägt. Kapitalgetriebene Stadtentwicklung und steigende Bodenpreise verschärfen diese Entwicklungen, während neue Räume des Aushandelns, Produzierens und Zusammenlebens dringend benötigt werden (vgl. Harvey 2021).
Als Hoffnungsträger für eine Reaktivierung der Innenstädte wird vielerorts das Warenhaus diskutiert. Die mittlerweile häufig obsoleten Großstrukturen im Herzen der Stadt bieten nicht nur Raum für gegenwärtige Bedarfe der Stadtbevölkerung und das kollektive Erproben neuer Nutzungen. An ihnen lässt sich zugleich die Frage untersuchen, welche Räume erforderlich sind, um eine resiliente, gemeinschaftsorientierte und zukunftsfähige Stadtentwicklung voranzutreiben.
Am Beispiel des leerstehenden Warenhauses in Regensburg untersucht das Studio, ob und wie aus einem obsoleten Warenhaus ein „urbanes Wohnzimmer“ entstehen kann. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche räumlichen und funktionalen Voraussetzungen ein solcher Ort benötigt, um als neuer Mittelpunkt des öffentlichen Lebens und wesentlicher Baustein der Alltagsinfrastruktur zu funktionieren und zugleich Impulse für eine nachhaltige Transformation zu geben.
Zur Bearbeitung dieser Fragestellungen werden die Bestandsstruktur – das Warenhaus in seinem spezifischen urbanen Kontext – analysiert sowie die Bedürfnisse der Stadtgesellschaft und bestehende Macht- und Raumstrukturen untersucht. Darauf aufbauend werden anhand konkreter Entwurfsvorschläge Strategien für die Transformation des Warenhauses und der Innenstadt auf unterschiedlichen Maßstabsebenen entwickelt.
PHASE I - EXPLORATIVE ANALYSE + KONZEPTPHASE
Ausgangspunkt sind Fallstudien zu spezifischen Nutzungen sowie die verkörperte Wahrnehmung alltäglicher Routinen im öffentlichen Raum, aus denen eine gemeinsame Grundlage für die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema entwickelt wird. Mithilfe analytischer Kartierungen werden räumliche, soziale und strukturelle Zusammenhänge untersucht und ein fundiertes Verständnis des Standorts aufgebaut.
PHASE II - PROJEKTENTWICKLUNG
In dieser Phase werden die entwickelten Konzepte räumlich konkretisiert und gestalterisch ausgearbeitet. Die städtebauliche und architektonische Ausarbeitung erfolgt für unterschiedliche Transformationszeiträume – kurz-, mittel- und langfristig – und wird durch Arbeitsmodelle begleitet, anhand derer die Entwurfsansätze räumlich überprüft und weiter geschärft werden.
Das Urban Design-Studio ist Teil des Forschungsprojektes „Warenhäuser als Impulsgeber einer nachhaltigen Innenstadtentwicklung“. Studierende sollten ein grundlegendes Interesse an der Arbeit mit theoretischen Texten sowie transdisziplinären und analytischen Design-Ansätzen mitbringen.
Wichtige Termine und Informationen
| Sprache: | Deutsch (primär), Englisch |
| Studienlevel: | Master Architektur, Master Urbanistik |
| Kick-Off-Veranstaltung: | 13.10.2026 // 14:00 Uhr // Raum 2249 |
| Exkursionstage: | 21.10.2026 + 22.10.2026 // Treffpunkt Raum 2249 |
| Betreuung: | Dienstags // 13:00 - 18:00 Uhr // Raum 2249 |
| Final Review: | 04.02.2027 // ab 12:00 Uhr // Raum 0714 |
Team
Prof. Mark Michaeli, Lea Weise, Philipp Dopfer
Kontakt
(Letzte Aktualisierung: 21.09.2026)