MA Projekt WARENHÄUSER
Zwischen Konsumtempel und urbaner Utopie
MASTER STÄDTEBAUPROJEKT SUSTAINABLE URBANISM

(Letzte Aktualisierung: 25.03.2026)
Gesellschaftliche Megatrends, wie etwa der Klimawandel, die Digitalisierung und veränderte Konsum- und Arbeitsformen, hinterlassen immer stärkere, alltäglich erfahrbare Spuren in vielen deutschen Innenstädten (vgl. Batista und Siedle 2025). Orte, die einst als lebendige Zentren kollektiver Identität funktionierten, sind heute von Leerstand, Funktionsverlust, Monostrukturen und Exklusion geprägt. Kapitalgetriebene Stadtentwicklung und steigende Bodenpreise verschärfen die Lage zunehmend, während neue Räume des Aushandelns, Produzierens und Zusammenlebens dringend gebraucht werden (vgl. Harvey 2021). Als Hoffnungsträger für eine Re-Aktivierung der Innenstädte wird vielerorts das Warenhaus diskutiert. Die mittlerweile häufig obsoleten Großstrukturen im Herzen der Stadt bieten als Projektionsflächen nicht nur viel Platz für kollektives Austesten. An ihnen lässt sich auch die Frage verhandeln, welche Räume wir brauchen, um eine resiliente, gemeinschaftsorientierte und zukunftsfähige Stadtentwicklung voranzutreiben.
Auf Basis einer intensiven Beschäftigung mit den gegenwärtigen Transformationsprozessen von Warenhäusern und ihrer Wechselwirkung mit der städtischen Umgebung geht es im Urban Design-Studio „WÄREN HÄUSER – zwischen Konsumtempel und urbaner Utopie“ ums gemeinsame Analysieren, Diskutieren, Experimentieren und Entwerfen. Dabei lesen wir Innenstädte als komplexe dynamische urbane Prozesse, in denen Raum- und Machtstrukturen relational (re-)produziert werden, und hinterfragen diese kritisch. Bei einer Exkursion mit Inputs von mehreren Expert:innen lernen wir den leerstehenden Kaufhof in Ingolstadt kennen und setzen uns mit der Entwicklung des innerstädtischen Kontexts auseinander. Ein Fokus des Ortstermines liegt auf dem Verstehen der Bedürfnisse verschiedener urbaner Akteur:innen. Aus dieser Analyse entwickeln wir reale Positionen, die in simulierten Planungsrunden diskutiert und bei einem Design Sprint zu Entwicklungsszenarien verdichtet und getestet werden.
Die dabei entstehenden thematischen Schwerpunkten und konzeptionellen Haltungen dienen als Grundlage für die anschließende Ausarbeitung von Entwurfsansätzen in kurz-, mittel- und langfristigen Zeithorizonten.
Das Urban Design-Studio ist Teil des Forschungsprojektes „Warenhäuser als Impulsgeber einer nachhaltigen Innenstadtentwicklung“. Studierende sollten ein grundlegendes Interesse an der Arbeit mit theoretischen Texten sowie transdisziplinären und analytischen Design-Ansätzen mitbringen.
Dieser Kurs ist als studienbasierter Designkurs konzipiert. Sie arbeiten in Zweierteams und entwickeln Ihre Projekte in einem kontinuierlichen, betreuten Entwurfsprozess.
Der Unterricht umfasst wöchentliche Konsultationen mit den Lehrenden, inhaltliche Input-Vorlesungen, Ortsbesichtigungen sowie regelmäßige Pin-up-Präsentationen, in denen Zwischenergebnisse diskutiert und reflektiert werden. Der Dialog, die kritische Auseinandersetzung und das iterative Weiterentwickeln der Projekte stehen dabei im Mittelpunkt.
Phase I – Explorative Analyse
Internationale und lokale Fallstudien bilden die Grundlage für eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema. Durch analytische Kartierungen untersuchen Sie räumliche, soziale und strukturelle Zusammenhänge und entwickeln ein fundiertes Verständnis des Standorts.
Phase II – Konzeptphase: Design Sprints + Planspiel
Auf Basis vielschichtiger Analysen formulieren wir Projektbriefings und entwickeln Ideen, die gemeinsam im Format Planspiel mit realen Positionen verhandelt werden sollen. Ziel ist die Entwicklung eigenständiger konzeptionell-starker Ansätze sowie übergeordneter Visionen, die weitere Entwurfsentscheidungen leiten.
Phase III – Projektentwicklung
In dieser Phase wird das Konzept räumlich konkretisiert und gestalterisch ausgearbeitet. Die städtebauliche und architektonische Ausarbeitung erfolgt in unterschiedlichen Transformationsstadien (kurz-, mittel-, und langfristig) und wird durch Arbeitsmodelle begleitet, die den Entwurfsprozess räumlich überprüfen und schärfen.
Die Auftaktveranstaltung (Kick-Off) für das Studio findet am 14.04.2026 // 13:00 Uhr // Raum 2249 statt. Als Ort für die selbständige Gruppenarbeit, Tischkritiken und Zwischenkritiken dient das Studio in Raum 2249.