Constructing Communities
creating collective interim spaces during urban transformation
SIMON ANDREAS MEINDL - MASTER THESIS ARCHITEKTUR - SOMMER 2025
Urbane Transformationsprozesse gehen weit über bauliche Eingriffe hinaus. Während der Bauphase entstehen neue physische und soziale Grenzen, die Nachbarschaften trennen, Netzwerke schwächen und den Zugang zu Räumen einschränken. Gleichzeitig treffen unterschiedliche Interessen von bestehenden und neuen Bewohner*innen aufeinander, was zu Spannungen, Ausschlussmechanismen und ungleicher Aneignung von Raum führen kann. Soziale Räume werden häufig erst spät berücksichtigt oder als nachgelagerte Ergänzung verstanden, wodurch Potenziale für Austausch, Teilhabe und Gemeinschaft ungenutzt bleiben. Besonders an den Rändern der Stadt zeigt sich, dass Fragen von Diversität und Inklusion zwar im urbanen Zentrum intensiv diskutiert werden, in Transformations- und Übergangsräumen jedoch oft keine angemessene räumliche Übersetzung finden.
Die Thesis versteht diese Problemlagen nicht als unvermeidbare Begleiterscheinungen, sondern als Ansatzpunkte für eine alternative räumliche Strategie. Im Fokus steht die Entwicklung eines kollektiven Korridors, der temporäre Trennungen überwindet und fragmentierte Teilräume miteinander verknüpft. Dieser Korridor fungiert nicht nur als physische Verbindung, sondern als sozialer und programmatischer Raum, der Begegnung, Aneignung und gemeinschaftliche Nutzung ermöglicht. Durch die bewusste Einbindung sozialer, räumlich-struktureller und zeitlicher Veränderungen wird Raum nicht als neutral, sondern als verhandelbar verstanden.
Die Ausarbeitung erfolgt über unterschiedliche räumliche Strukturen und Typologien, die bestehende Bauten umnutzen und neue, temporäre Strukturen je nach Bedarf ergänzen. Die Eingriffe sind wandelbar angelegt und ermöglichen Aneignung, Umbau und Weiterentwicklung im Transformationsprozess. Bau, Nutzung, Anpassung und Verwaltung werden zu einem kollektiven Lernprozess, in dem soziale Strukturen sichtbar werden. Im Zentrum stehen die Bedürfnisse der aktuellen und zukünftigen Bewohner*innen, unterstützt durch eine architektonische Grundstruktur: Der Korridor als verbindendes Rückgrat, die Intervilla als multifunktionales Zentrum für Bildung, Austausch und Gemeinschaft, die Werkhalle für Bau, Training und Instandhaltung sowie der Aussichtsturm als Orientierungspunkt und Symbol des Wandels. Ergänzt werden diese Elemente durch niedrigschwellige Angebote wie MachPlatz! und die SichtBar!, die frühe Beteiligung und Aneignung ermöglichen.








