Theorie und Geschichte
Lehrveranstaltungen Master
Geschichte der Architekturtheorie
Vorlesung
RAUMKONZEPTIONEN IN DER ARCHITEKTURTHEORIE
DES 20. JAHRHUNDERTS
Dozent: Prof. Dietrich Erben
Termin: Donnerstag,10:00-11:30 Uhr
Beginn: 15.10.2026
Ort: Bibliothek / Raum 403, Gabelsbergerstr 49, IV. Stock
Raum ist eine umstrittene Kategorie der Architektur – die Revolution des universellen und absoluten Raumes wurde von den einen als Grundlegung der Moderne gefeiert, während sie von den anderen, die nach dem gesellschaftlich-sozialen Sinn des Raums gefragt haben, als Fehlentwicklung der Architektur gebrandmarkt wurde. Fest steht jedenfalls, dass Raum im Nachdenken über Architektur eine verhältnismässig neue Erfindung ist, die erst am Ende des 19. Jahrhunderts gemacht wurde. Die Vorlesung zeichnet die Problematik des Raumbegriffs in der Architekturtheorie seit dem späten 19. Jahrhundert nach und erörtert auch Entwurfskonzeptionen für den Raum in der gebauten Architektur. Raum wird dabei auf das Einzelgebäude sowie auf städtische Dimensionen bezogen, wobei die Frage nach den sozialen Raumtypologien von Lebenswelt und Habitat im Zentrum der Vorlesung steht .
Lektürekurs zur Architekturtheorie
INFRASTRUKTUREN IM ZEITALTER DES PYROZÄN
Zwischen Klimakrise, Feuer und resilienten Infrastrukturen
Dozent:in: Prof. Dietrich Erben, Dr. Sarah Hegenbart
Termin: Donnerstag, 15:00-16:30Uhr
Beginn: 15. Oktober 2026
Ort: Bibliothek / Raum 403, Gabelsbergerstr 49, IV. Stock
Den Begriff des Pyrozäns führte der Historiker Stephen J. Pyne bereits 2015 in seinem im Online-Magazin Aeon erschienenen Aufsatz „The Fire Age“ ein. Damit beschreibt er das Anthropozän als eine Epoche, die in besonderem Masse durch den menschlichen Umgang mit Feuer geprägt ist. Die zunehmende Häufigkeit von Hitzewellen, Waldbränden und anderen extremen Wetterereignissen macht die Folgen des Klimawandels auch in Europa immer deutlicher spürbar und stellt Städte, Architektur und Infrastrukturen vor neue Herausforderungen.
In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit der Frage, wie Klimakrisen, extreme Wetterereignis-se und die zunehmende Präsenz des Feuers unsere Vorstellungen von Stadt, Infrastruktur und Architektur verändern. Aus der Perspektive des Pyrozäns untersuchen wir, wie Feuer und seine infrastrukturelle, ökologische und gesellschaftliche Kontrolle zu prägenden Faktoren menschlicher Raumproduktion werden. Dabei geht es sowohl um die Anpassung bestehender Infrastrukturen an veränderte klimatische Bedingungen als auch um die Frage, wie zukünftige Städte und Räume angesichts zunehmender Risiken gestaltet werden können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Auseinandersetzung mit der Frage, wie Infrastrukturen klimaresilienter, anpassungsfähiger und langfristig zukunftsfähig gestaltet werden können.
EXKURSION zum Lektürekurs
EXKURSION BUDAPEST
Stadtentwicklung und Infrastrukturen der Macht
Dozent:in: Prof. Dietrich Erben, Dr. Sarah Hegenbart
Wann: 19. - 21. November 2026
Exkursion: Budapest
Die Exkursion widmet sich mit Budapest einer der grossen europäischen Metropolen, deren Bevölkerung knapp zwei Millionen Einwohner:innen umfasst. Das vorgesehene Exkursionsprogramm konzentriert sich auf die Stadtentwicklung im Zeitraum von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart unter den Bedingungen wechselnder politischer Verhältnisse von Nationalstaatenbildung einerseits und der Einbindung in supranationale Strukturen (Warschauer Pakt, Europäische Union) andererseits. Die Besichtigungen gelten hier der politischen Topografie der Stadt (Parlament, Königlicher Palast, Heldenplatz). Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Infrastruktur der Stadt, insbesondere mit der U-Bahn (nach London die zweitälteste in Europa), mit den zahlreichen historischen Donau-Brücken und den Strukturumbauten der Jahrzehnte nach 1989/90. Aus der doppelten Perspektive von Stadt- und Infrastrukturentwicklung ist auch nach aktuellen Strategien klimaresilienter Anpassungen für ein Metropolregion der Gegenwart zu fragen.
Die Exkursion findet vom 19.-21.11.2026 statt und wird zusammen mit der Professur für Neuere Baudenkmalpflege durchgeführt. Die Zahl der Teilnehmer:innen ist pro Lehrstuhl auf 10 Personen begrenzt. Der Termin für eine gemeinsame Vorbesprechung wird zu Beginn der des Semesters bekanntgegeben.
