BegeFa im Uferwerk e.G., Brandenburg.

Projektvorstellung und Austausch mit der Wohnprojektinitiative. Workshop und Diskussionsrunde
20. März 2026
Wie lassen sich bestehende Gebäude neu beleben und Orte schaffen, an denen Wohnen, Erwerbsarbeit, Carearbeit und Gemeinschaft selbstverständlich ineinandergreifen? Diese Leitfrage prägte den Abend im Wohnprojekt Uferwerk e.G. in Werder (Havel), wo wir mit unserem Forschungsprojekt „Bestand gemeinschaftlich nutzen – Perspektiven für Familien (BegeFa)“ zu Gast waren.
Im umgebauten Gemeinschaftshaus der Genossenschaft präsentierte das BegeFa Team zentrale Erkenntnisse aus der ersten Projektphase sowie einen Ausblick auf die laufende Forschung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie gemeinschaftlich aktivierte Bestandsgebäude und Areale funktionieren: räumlich, planerisch und im Lebensalltag von Familien.
In der aktuellen Projektphase werden drei miteinander verknüpfte Themenfelder untersucht:
- Aktivierung: Wer initiiert gemeinschaftliche Umnutzungsprozesse und welche sozialräumlichen oder gemeinwohlorientierten Dynamiken entstehen dabei?
- Adaptabilität: Wie lassen sich unterschiedliche Gebäudetypen, etwa ehemalige Schulen, Industriehallen oder Klöster in neue gemeinschaftliche Wohn- und Arbeitsformen überführen?
- Mischnutzung: Welche Funktionen, vom Wohnen über soziale Infrastruktur bis hin zu Kultur und Gewerbe, werden kombiniert, und wie beeinflusst diese Vielfalt Zusammenleben und Alltag?
Ergänzend beleuchtet das Projekt, wie sich Wohnen, Care und Erwerbsarbeit im Alltag der Bewohner:innen verschränken: Wie gelingt der Balanceakt zwischen gemeinschaftlichem Leben und individuellen Rückzugsräumen? Welche Konflikte und Entlastungen entstehen? Und welche Rolle übernehmen Familien selbst als aktive Gestalter:innen solcher Wohnformen?
Das Uferwerk ist die erste Fallstudie in der neuen Projektphase. Bewohner:innen teilten ihre Erfahrungen mit gemeinschaftlich aktivierten Wohnprojekten, erzählten von geteiltem Alltag, gemeinsamer Verantwortung und der Balance zwischen Gemeinschaft und Privatsphäre. Die dort gewonnenen Einblicke fließen in die zweite Forschungsphase ein, die den Blick noch stärker auf räumliche, soziale und ökologische Transformationspotenziale richtet.
Ein herzliches Dankeschön an die Uferwerk e.G. für die gastfreundliche Atmosphäre und an alle Beteiligten für ihre Offenheit, Neugier und die inspirierenden Beiträge.
Der zweite Teil des Forschungsprojektes BegeFa startete im Februar 2026. Das Forschungsteam von BegeFa begrüßt für BegeFa-2 Elena Knuth-Pollok und Nele Ziegler als Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen an der Professur für Urban Design der TUM neben dem bestehenden Forschungsteam: Isabel Glogar, Projektleitung von BegeFa an der Professur für Urban Design der TUM und Lisa Abbenhardt und Martina Heitkötter an der Fachgruppe Familienpolitik und Familienförderung am DJI. Das Forschungsprojekt wird in der zweiten Phase bis März 2027 vom BBSR, der GLS Treuhand, der Stiftung Öko-Sozial und des CRSE gefördert.