Emergency Measures - Biennale Special
Umbau des Zusammenlebens
Städtebau beginnt mit der genauen Beobachtung des Bestehenden. Gebäude, Straßen und Quartiere prägen unseren Alltag, ermöglichen Gemeinschaft oder erschweren sie. Im Studio untersuchen wir grundlegende Fragen: Was macht einen guten Ort aus? Wie wirken Gebäude, Freiräume und Nutzungen zusammen? Und wie lässt sich das Bestehende weiterentwickeln? Auf eigenständigen Exkursionen analysiert und dokumentiert ihr ausgewählte Projekte durch Fotografien, Zeichnungen und Skizzen.
Die untersuchten Beispiele bilden eine Sammlung städtebaulicher Situationen vom Gebäude über die Straße bis zum Quartier. Im Mittelpunkt stehen Wohnformen und Übergangsräume wie Schwellen, Treppenhäuser, Höfe und Vorplätze: Orte, an denen Begegnung, Nachbarschaft und Zusammenleben entstehen. Ein substanzieller Teil dieser Analysen fließt in den deutschen Beitrag „CONVIVERE – Ein Repertoire des Zusammenlebens“ zur Architekturbiennale Venedig 2027 ein. Gemeinsam mit Studierenden dreier weiterer Hochschulen entwickelt ihr eine Projektsammlung, die für den Deutschen Pavillon aufbereitet und in Ausstellung, Publikation und Website präsentiert wird. Damit arbeitet ihr nicht nur an einer akademischen Aufgabe, sondern an einem international sichtbaren Ausstellungsprojekt.
Im Studio werden wir die Anwendung dieses Repertoires beim Umbau erproben.
Dafür wählt ihr einen Ort aus, dessen räumliche oder soziale Qualitäten ihr verbessern wollt. Durch einen konkreten Entwurf auf unterschiedlichen Maßstäben – immer ausgehend von der städtebaulichen Situation – wird er weitergebaut, umgebaut oder neu gedacht. Ziel ist es, die aus der Sammlung gewonnenen Erkenntnisse zu übertragen und aus einer unzureichenden Situation einen guten, lebenswerten Ort zu entwickeln, an dem das gesellschaftliche Zusammenleben vielfältige Optionen hat.
Das Studio verbindet damit genaues Hinsehen mit konkretem Verändern und lokale Entwurfsarbeit mit der internationalen Bühne der Biennale.
Weitere Informationen zum Ablauf, zu den Exkursionen und zur Aufgabenstellung folgen zum Semesterbeginn.
