
OLD SCHOOL NEW SCHOOL
Stille Potenziale am Stammgelände
Relationale Architektur
Prof. Anne Kaestle
»Hochschulen können Experimentierfelder für andere Formen des Lernes, Arbeitens, Wohnens und Planens werden, wenn sie bereit sind sich selbst zu hinterfragen.«
Anh-Linh Ngo, Vorwort in: ARCH+ STADTUMBAU Schulen der Transformation (2025)
Wir wollen in diesem Semester die stillen Potenziale unserer eigenen Universität untersuchen. Wir möchten unausgeschöpfte Nutzungspotenziale im Raumangebot an der Technische Universität München identifizieren und diese gezielt aktivieren. Dabei steht die Suche nach Orten des Austausches und der Kommunikation im Zentrum unserer Untersuchung. Welche Orte eigenen sich bereits als ungezwungene Treffpunkte und wie könnten diese weiter herausgearbeitet und aktiviert werden? Wie kann bei einem Spaziergang durch die Universität sichtbar werden, welche Themen hinter den schweren Türen verhandelt werden, was in den unterschiedlichen Gebäudeteilen gelehrt und geforscht wird und welche Menschen dort arbeiten? Wie können Räume zu unterschiedlichen Zeiten verschiedene Nutzungen aufnehmen? Wir interessieren uns für kluge Mehrfachnutzungen und hybride Räume, für die Aktivierung ungenutzer Flächen und neue Verbindungen. Und wollen diese Idee mit konkreten Interventionen und Nutzungsstrategien verknüpfen. Wir wollen tote Winkel akti- vieren und den Campus als lebendigen Organismus der Neugierde stärken.
Um solche Potenziale freizulegen, ist es erforderlich, die Systeme denen die Raumnutzung unterliegt, zu verstehen. Es gibt organisatorische, rechtliche, finanzielle oder denkmalschützerische Gründe für den Status quo. Dabei spielen Sicherheitsthemen wir Brandschutz oft eine wichtige Rolle. Wir versuchen also zunächst das Regelwerk der Raumnutzung an der TUM zu durchdringen, um im nächsten Schritt zu prüfen wie es „gehackt“ werden kann. Welche Interventionen wären nötig, um im üppigen Trepperaum ein Café zu eröffnen, oder die Korridore zu Orten der Kollaboration zu transformieren? Was müsste passieren, damit die Dachflächen bespielt werden können? Es können einfache und temporäre Lösungen gefunden werden, oder handfeste Umbaupläne entwickelt werden. Es können Treppen ergänzt, Aufstockungen geplant oder Vorhänge platziert werden. Die Intervention kann dauerhaft oder temporär, beweglich oder wandelbar sein. Sie zielt darauf ab, vorhandene Ressourcen gezielt zu aktivieren und damit einen Mehrwert für den Campus zu schaffen, statt ausschließlich neue Flächen zu generieren. Wir interessieren uns für kluge Idee, die ein gutes Verhältnis von Aufwand und Nutzen erzeugen - und wie ganz nebenbei auch noch gut gestaltet sind.
Projekt Bachelor, 12 ECTS
Termine
Mi 15.04.2026 10.00 - Einführung
Mi 27.05.2026 + Do 28.05.2026 - Review 1°
Mi 15.07.2026 + Do 16.07.2026 - Review 2°
Team
Sven Grothues
Lavinia Wagner
Zora Syren
Luis Huber
Minh Vu Tran-Huu
Kontakt: sven.grothues@tum.de, lavinia.wagner@tum.de,