Projekt Wintersemester 2022/23

LIGURIA

Im westlichen Ligurien zwischen Genua und der Côte d’ Azur wachsen die Agglomerationen entlang der Mittelmeerküste und in die Täler hinein, während gleichzeitig im Gebirge die Landschaft brachfällt. Diente dort einst ein Kanalsystem zur Ableitung des Wassers aus den Alpen ins Meer gleichzeitig der Bewässerung der Weinberge und Olivenhänge, führt sein Verlust heute zu Erosion und Wassermangel. Die abgehängten Dörfer verlieren ihre Einwohner*innen, die Kosten für den Erhalt von Infrastrukturen in verwaisten Gegenden werden ineffizient. Der demographische Wandel in Verbindung mit dem Klimawandel stellt neue Herausforderungen. Die Polarität von Wassermangel und Wasserkatastrophe führt zu Fragestellungen, denen auf unterschiedlichen Maßstabsebenen zu begegnen ist.

rezent . retentiv . resilient .

Im Wintersemester 22/23 suchen wir nach Antworten, wie mit Konzepten und Entwürfen die ligurische Landschaft in Zeiten des Klimawandels erhalten, weiterentwickelt und erneuert werden kann.

Im klassischen Dreiklang des Begriffs ‚Aufhebung‘ sollen die Strukturen und Elemente der historischen Kulturlandschaft (vor allem die Trockenmauern des Olivenanbaus) in dem Sinne in der Landschaft ‚aufgehoben‘ werden, dass sie erhalten bleiben (resilient - widerstands- fähig), neue Funktionen übernehmen können (retentiv - aufnahmefähig) und erneuert werden (rezent - frisch).

Dabei können die einzelnen Entwurfsgruppen individuell Lösungen auf frei gewählten Maßstäben (1:25.000 - 1:1) erarbeiten – auf regionaler / lokaler / städtebaulicher / objektplanerischer oder Detail-Ebene. 

Theoretischer Hintergrund .

Im Rahmen der Projektplattform befassen wir uns mit…
… dem Palimpsest und dauerhafter Strukturen (ROSSI, CORBOZ)
… Dörfern, Landwirtschaft und Trockenmauern (GHERSI, KONOLD)
… „Schwammlandschaften“ im Klimawandel (YU, MC HARG)
… dem morphologischen Ansatz und dem Landschaftsvertrag (SCHÖBEL)
… dem demographischen Wandel, Mikroökonomien, Tourismus und ländlichen Sozialstrukturen.