Kostümbibliothek - Einfach Weiterbauen
Projekt BA Entwerfen und Konstruieren

Hermine von Parish (Foto: Wolfgang Pulfer)
„Meiner Meinung nach gibt es zwei Sorten von Menschen: die Sammler und die Weg- werfer. Ich gehöre zu den ersteren.“ Hermine von Parish
EINFACH WEITER BAUEN
Weiterbauen in historisch gewachsenem Kontext ist eine Aufgabe von wachsender Bedeutung und Dringlichkeit. Allzu oft werden unter dem Deckmantel von Nachverdichtung und Wohnraumbedarf historisch gewachsene, von spezifischen Charakteristiken geprägte Quartiere massiv überformt — und damit unwiederbringlich verändert. Der tatsächlich vorhandene Bedarf an Neu- und Weiterbauten darf dabei nicht als Rechtfertigung dienen, der gestalterischen Kernaufgabe des „sich Einfügens“ nur halbherzig nachzukommen. Weiterbauen im Geiste des Bestehenden — im Einvernehmen mit Freiflächen, Grünräumen und gewachsenen Baumassen — ist eine architektonisch anspruchsvolle und keinesfalls zu unterschätzende Herausforderung.
Sie steigert sich noch einmal erheblich, wenn Denkmalschutz, Ensembleschutz und ökologische Verantwortung als verbindliche Rahmenbedingungen hinzutreten — und fordert damit das gesamte handwerkliche wie konzeptionelle Können der Architektur.
VON PARISH KOSTÜMBIBLIOTHEK
Die Von Parish Kostümbibliothek (VPK) ist eine externe Sammlung des Münchner Stadtmuseums in Nymphenburg, die sich in einer denkmalgeschützten Jugendstilvilla der Baufirma Gebrüder Rank von 1901 befindet. 1916 erwarb Hermine von Parish die Villa vom Bauherrn, dem Komponisten Friedrich Wilhelm von Schirach. 1970 übereignete ihre Tochter Hermine von Parish jun. die international bedeutende Sammlung zur Geschichte der Bekleidung und Mode, deren Ursprung in das Jahr 1840 zurückreicht, an die Stadt München. Für das Haus und das dazugehörende Nachbargrundstück Nr. 48, das 2006 von der Stadt verkauft und bebaut wurde, erhielt sie eine Leibrente.
Die Sammlung enthält heute 10.000 Bücher, 2.000 Zeitschriftenbände und 43.000 Einzelhefte, 45.000 Grafiken, 35.000 Fotografien, 7.000 Postkarten und 1,5 bis 2 Mio. Einheiten in einer Dokumentation. Die musealen historischen Innenräume im Erdgeschoß – ein Salon mit angrenzender Bibliothek, ein Speisezimmer mit Wintergarten sowie Diele und Treppenhaus – wurden 2019-2022 saniert, dabei wurde der Zustand von 1901 anhand von Originalbefunden rekonstruiert. Im Haus finden Führungen, Seminare und Veranstaltungen statt; im 1. OG befindet sich ein Lesesaal für Nutzer.
Das Projekt wird in 2er Teams bearbeitet.
Einführung - Di 14.April 2026 um 10.00 Uhr, Raum 4120
Info + Kontakt: Hannes Siefert, Ana Sammeck