Reparieren, Kultivieren
Projekt BA - Entwerfen und Konstruieren - Entwerfen mit KI

Oberschondorf, Foto Sebastian Schels
AUFGABE
Die Hofstelle an der Landsberger-Str. 40 steht aktuell leer. Eine zeitgenössische Reinterpretation des Bauernhofes ist gesucht. Das Konzept soll der historischen Rolle, geprägt von Versorgung in vielschichtiger Art und Weise Rechnung tragen.
THEMEN & ASPEKTE
VERSORGUNG
Die neue, zukunftsfähige Nutzung als Nahversorgung und lokale Lebensmittelproduktion soll die ehemaligen landwirtschaftlichen Strukturen beleben.
Lebensmittel-Produktion/-Lagerung/-Weiterverarbeitung wird im Sinne einer neuen Landwirtschaft gedacht. Unterschiedlichste Nutzungen sind denkbar und sollen individuell entwickelt werden.
BIOREGIONALISMUS - Bauen mit Land und Leuten
Der Entwurf verortet sich in der Region: Materialien, Handwerkstechniken, klimatische Bedingungen und kulturelle Prägungen der oberbayerischen und voralpinen Landschaft sind Ausgangspunkt des Entwerfens.
Nicht als folkloristische Nachahmung, sondern als produktive Auseinandersetzung mit dem Vor-Ort-Gegebenen - die lokalen natürlichen Material-Ressourcen und die dortigen menschlichen Ressourcen z.B. im Sinne des lokalen baukulturellen Savoir-faires.
WOHNEN
Das Nutzungskonzept soll einfaches dem Gewerbe dienendes Wohnen mit einbeziehen. Die Grundhaltung zielt auf einfache, spartanische Klein- und Kleinstwohnungen, effizientes Wohnen auf wenig Raum für junge Menschen, alternative Wohnformen die die Nutzung des Gewerbes stärken und passende Gemeinschaftsbereiche anbieten. Die Wohnformen folgen generell dem Prinzip minimaler individueller Raum, maximaler gemeinschaftlicher Raum. Die Gemeinschaftsbereiche sind das Bindeglied zwischen Wohnen und versorgendem Gewerbe.
BAUEN IM BESTAND / EINFACH BAUEN / NEOVERNAKULÄR
Ansatz ist der Umbau und Sanierung von Bestandsgebäuden, teilweise ergänzt durch Neubau, Anbau und Arrondierung. Die Gebäude sollen repariert werden anstatt sie voll zu sanieren. Wo Neubau notwendig ist folgt er dem Prinzip des einfachen Bauens: Materialgerechte Konstruktionen, Reduktion von Haustechnik, handwerkliche Fügung und Robustheit. Die neo-vernakuläre Architektur entwickelt sich aus den lokalen Baubedingungen wie Klima, regionalen Materialen und einer ganzheitlichen, ökologischen Sichtweise des energetischen Potenzials das der Gebäudeentwurf selbst freilegt. Sie übersetzt vernakuläre Prinzipien in zeitgenössische Architektur.
EINFACH REPARIEREN – RE-USE 100%
Leitprinzip im Umgang mit dem Bestand: Reparieren statt Abreißen, Reparieren statt Vollsanierung. Jedes bestehende Bauteil wird zunächst als Ressource betrachtet.
Der Eingriff ist minimal, der Mehrwert maximal. Das Ziel ist ein 100-prozentiger Re-Use-Ansatz – was da ist, wird weiterverwendet, umgenutzt oder repariert.
KI ALS WERKZEUG
Ein weiterer zentrale Aspekt der Aufgabe ist der Einsatz von KI – vor allem generativer KI – im Entwurfsprozess. KI wird als Entwurfswerkzeug verstanden. Es ist nicht ein einzelnes Werkzeug, sondern besteht aus einer Vielzahl kleiner Werkzeuge, die in der Sequenz einen Workflow bilden. Deren Verwendung sollte adäquat, angemessen, absichts- und wert-voll sein, um einen sinnvollen Entwurfsschritt herbeizuführen – oder eben auch nicht.
Das Projekt wird in 3er Teams bearbeitet
Einführung 14.04.2026 um 14.00 Uhr, Raum 4120
Info + Kontakt: Mauritz Lüps, Matthias Delueg, Anna Jacob