Great Reset - Innovations in Urban Planning, Crisis as Catalyst?
Elena Schirnding de Almeida, 2020-2025
Ongoing climate change and rapid urbanization worldwide have shifted the question about urban change processes to the center of political attention. The adoption of the 2030 Agenda by the United Nations means that cities all over the world have committed themselves to the paradigm of Sustainable Development. Taking for granted this unifying principle, the research project asks the questions: How can cities get the job done on a local level? How do local, historic, political, and administrative circumstances determine the urgently needed urban change processes? How does innovation intersect with urban design practices? In 2020 one could observe rapid and unexpected changes in urban spaces, such as “Pop-Up Bike Lanes” and “Shani gardens” (sidewalk seating for restaurants) - projects that were discussed for years, but never realized. This is followed by the question of whether we can learn something from the current Covid-19 crisis that could serve as a profound strategy to design cities in the 21st century.
Elena Schirnding de Almeida is an Architect and Urban Planner, currently leading the Public Planning Lab at the Professorship of Urban Design at TUM. She started her research project in 2020 under the guidance of Prof. Dr. Benedikt Boucsein.
“IN BETWEEN: Hybridity as a framework for (re)developing cities, a case study of Dharavi”
Ayesha Müller-Wolfertshofer, 2020-2025
Informelle Siedlungen, zu denen Slums, Favelas, Gecekondus, Barrios, Townships und Bastis gehören, sind ein fester Bestandteil von Städten weltweit. Sie bieten Menschen Schutz, die keinen Zugang zu formellem Wohnraum, regulärer Beschäftigung oder offiziellen Dokumenten haben. In der Dissertation wird argumentiert, dass konventionelle Planungskulturen und Planungsinstrumente weiterentwickelt werden müssen, um den Realitäten der heutigen Urbanisierung gerecht zu werden. Dazu müssen die Bedürfnisse und Praktiken der Bewohnerinnen und Bewohner stärker in Planungsprozesse integriert werden. Am Beispiel Dharavis in Mumbai verbindet die Forschung ethnografische Ansätze mit städtebaulichem Entwurf, um die sozioökonomischen Praktiken zu untersuchen, die den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner prägen, und um jene räumlichen Strukturen zu identifizieren, die für ihre zukünftige Entwicklung erforderlich sind.
In der Dissertation wird Hybridität als konzeptioneller Rahmen für eine inklusive Stadt(weiter)entwicklung entwickelt. Sie umfasst drei wissenschaftliche Publikationen, die Hybridität auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen untersuchen – von der hybriden Einheit über den hybriden Komplex bis hin zur hybriden Siedlung. Die Beiträge analysieren gemeinsam Zusammenarbeit, Identität und Nachhaltigkeit als miteinander verknüpfte Dimensionen der räumlichen und sozialen Organisation Dharavis und zeigen auf, wie diese Qualitäten zu inklusiveren, kontextsensitiveren und nachhaltigeren Ansätzen der Stadtentwicklung beitragen können.
Ayesha Müller-Wolfertshofer absolvierte von 2010 bis 2015 den Bachelorstudiengang Architektur an der Yashwantrao Chavan Maharashtra Open University (YCMOU) in Indien. Anschließend absolvierte sie von 2015 bis 2017 den Masterstudiengang Architektur mit Schwerpunkt Stadtplanung an der Hochschule München. Bereits während ihres Studiums sammelte sie Berufserfahrung in verschiedenen Architektur- und Stadtplanungsbüros. Seit Juni 2020 ist sie als Architektin in die Bayerische Architektenkammer eingetragen. Von 2020 bis 2025 promovierte sie an der Technischen Universität München (TUM) bei Prof. Dr. Benedikt Boucsein und schloss ihre Promotion mit der Auszeichnung magna cum laude ab. Externe Gutachterin war Prof. Dr. Amita Bhide vom Tata Institute of Social Sciences in Mumbai.
Die Forschung wurde durch ein Stipendium der Hanns-Seidel-Stiftung gefördert, welches aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert wurde.
Dissertation (Open Access): https://mediatum.ub.tum.de/1776291
Kurzvideo zur Forschung (3 Minuten): https://www.youtube.com/watch?v=Y9hjFunypk8

„Die Eigenen Vier Wände. Schöner Wohnen im Wirtschaftswunder (1960-1974)"
Jan Engelke, 2019-2023
Jan Engelkes Dissertationsprojekt „Die Eigenen Vier Wände – Schöner Wohnen im Wirtschaftswunder 1960-‘74" untersucht die Architekturgeschichte des Eigenheims im gesellschaftlichen und politischen Kontext der Nachkriegszeit und geht so seiner ungebrochenen Beliebtheit bei weitgehendem Bedeutungsverlust für die architektonische Praxis auf den Grund. Die Zeitschrift „Schöner Wohnen" spiegelt populäre Architekturdiskurse und den alltäglichen Kontext der architektonischen Produktion dieser Zeit – eine Perspektive, anhand derer Jan das Gewöhnliche in den Mittelpunkt seiner Forschung stellt.
Jan Engelke studierte von 2010 bis 2017 an der ETH Zürich und von 2012 bis 2013 an der Bauhaus-Universität Weimar Architektur. In seiner mehrfach ausgezeichneten freien Diplomarbeit „Die Schönheit des Katasterplans" verschob er 2017 gemeinsam mit Lukas Fink den Katasterplan der Stadt Zürich. Daraufhin arbeitete er in Berlin an Publikationen sowie Architektur- und Ausstellungsprojekten. Von 2019 bis 2023 promovierte er an der TUM bei Prof. Benedikt Boucsein zum Eigenheim in der westdeutschen Nachkriegsgeschichte.
Jan Engelke ist Stipendiat der Gerda Henkel Stiftung.