Diffuse Athens
Suburban realities

Master Thesis AR · Wintersemester 2021 · Spyridon Koulouris
Athen ist eine polyzentrisch organisierte Stadt, die sich nicht mehr über ein einzelnes Zentrum definiert. Ihr Wachstum basiert auf der wiederholten Reproduktion generischer Stadtstrukturen, die sich bis in die Peripherie fortsetzen und dort ein diffuses, hierarchiearmes Stadtgefüge entstehen lassen. Vor diesem Hintergrund untersucht die Arbeit die Potenziale und Herausforderungen der Athener Peripherie auf unterschiedlichen Maßstabsebenen. Ziel ist die Entwicklung möglichst multifunktionaler Konzepte, die ökologische, wirtschaftliche, architektonische und städtebauliche Aspekte miteinander verknüpfen. Dadurch werden Herausforderungen wie der Urban-Heat-Island-Effekt, die Überbauung historischer Gewässerläufe sowie die Dominanz des motorisierten Individualverkehrs adressiert.
Ausgangspunkt der Arbeit ist die Erkenntnis, dass die bereits weitgehend überbaute Stadtstruktur nach Strategien verlangt, die sich aufgrund ihrer generischen Anwendbarkeit auf die diffusen Strukturen der Athener Peripherie übertragen lassen. Auf Grundlage einer SWOT-Analyse entwickelt die Arbeit zunächst eine planerische „Toolbox“ mit unterschiedlichen Handlungsansätzen. Für deren Anwendung werden geeignete räumliche Interventionsorte identifiziert. Die Analyse des Stadtgewebes zeigt, dass insbesondere langgestreckte, schmale Raumstrukturen – sogenannte „Strips“ – ein großes Entwicklungspotenzial besitzen. Sie verlaufen als Übergangsräume zwischen den Wohnquartieren und übernehmen eine verbindende Funktion innerhalb des Stadtgefüges.
Am Beispiel des Vororts Neo Irakleio werden drei zentrale Projektansätze räumlich miteinander verknüpft:
- Die Umwandlung der Strips in grüne Freiraumverbindungen unter Einbeziehung der unterirdisch verlaufenden Gewässer. Dadurch entstehen großräumige ökologische Verbindungen zwischen den bestehenden Grünräumen.
- Die räumliche Neuordnung des Stadtgefüges durch die Schaffung neuer öffentlicher Räume sowie neuer Wohn- und Arbeitsstandorte. Auf regionaler Ebene entstehen dadurch neue Beziehungen und polyzentrische Schwerpunkte.
- Die Neuorganisation der Straßenräume und der Mobilitätshierarchien. Dadurch wird ein zusammenhängendes Netz für den Fuß- und Radverkehr geschaffen und die Abhängigkeit vom motorisierten Individualverkehr reduziert.






