Wie verändert Corona die städtebaulichen Transformationsprozesse?
Regional Talk

Im Rahmen der im Sommersemester 2020 online durchgeführten Montagsreihe der Fakultät für Architektur der Technischen Universität München diskutierte der Lehrstuhl für Nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land diese Fragestellung mit Prof. Dr.-Ing. Elisabeth Merk, Stadtbaurätin der Landeshauptstadt München, Prof. Fabienne Hölzel, Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, und Prof. Tim Rieniets, Leibniz Universität Hannover. Die Moderation übernahm Prof. Mark Michaeli, Technische Universität München.
Die Corona-Krise ließ uns Städte auf eine völlig neue Weise wahrnehmen und erleben. Eindrückliche Bilder menschenleerer Stadträume machten deutlich, dass urbane Räume ohne Leben ihren eigentlichen Charakter verlieren. Während des Lockdowns wurde die Dichte der Stadt zur Enge, und vieles, was zuvor selbstverständlich gemeinsam genutzt wurde, geriet unter den Verdacht, die Ausbreitung der Pandemie zu begünstigen.
Diese Beobachtungen veranlassten manche Autorinnen und Autoren dazu, die Corona-Krise als generelle Krise der städtischen Lebensweise zu interpretieren und ihr ein vermeintlich ländliches Lebensideal gegenüberzustellen, das sich bei näherer Betrachtung jedoch eher als suburbanes Modell entpuppte. Gleichzeitig machten spontan entstandene Nachbarschaftsnetzwerke, veränderte Mobilitätsmuster und die gestiegene Nachfrage nach quartiersnaher Versorgung deutlich, welches positiv-transformative Potenzial in der Krise lag. Dieses Potenzial eröffnete neue Perspektiven für die zukünftige Verbesserung der Lebensverhältnisse in den Städten.
Regional Talk: Wie Corona die städtebaulichen Transformationsprozesse verändert
Die Diskussionsrunde beleuchtete diese Fragestellungen aus den Perspektiven von Planungspraxis, Forschung und urbanem Aktivismus.
Erstmals führte die Fakultät für Architektur ihre Montagsreihe im Sommersemester 2020 als wöchentlich stattfindende digitale Vortrags- und Diskussionsplattform durch.