Wintersemester 2021|22
Seminar, Master Architektur, Prof. Uta Graff, Max Treiber

 

Franco Guerzoni, Archeologica, 1973

 

Realmontagen - Bild Objekt Konstruktionen

Im Zentrum der Lehrveranstaltung stehen das fotografische Bild und das modellierte Objekt als Ausgangspunkte zur Wahrnehmung und Reflektion alltäglicher Räume. Bildhafte Aufzeichnung von räumlichen Dynamiken der Realität werden in materialisierte Objekte übersetzt. Innerhalb der Dualität von Architektur und ihrem Abbild wird dem Potential der räumlichen Montage nachgegangen. Eine Technik der Verschiebung und Verlagerung von Bestehendem.

Vor diesem Hintergrund soll das Bild nicht als inhaltsleere Repräsentation, sondern zum Gegenstand eines sinnhaften Prozesses im Entwerfen verstanden werden. Dafür werden alltägliche Raumkonstellationen fotografisch untersucht, fragmentiert und finden als vorgefundenes Material in eigenen räumlichen Konstruktionen Anwendung. Zusätzliche Anregungen einer thematischen Fokussierung liefern konkrete Ergebnisse der Auseinandersetzung.  

In gemeinschaftlichen bzw. individuellen Raumerkundungen wird die visuelle Wahrnehmung geschärft. Die Motivation zum genauen Hinschauen und damit zur Entdeckung architektonischer Rohware, die unseren Alltag unbewusst begleitet wird ebenso vorausgesetzt wie eigenes Engagement zur kritischen und kreativen Auseinandersetzung mit der Montage-Technik. Die neue Gipswerkstatt auf dem Stammgelände der TUM wird als Raum für die Arbeit am und mit dem Modell zur Verfügung stehen. 

In wöchentlichen Terminen werden eigene Sichtweisen mit fotografischen Serien und den Modellen diskutiert. Die Teilnehmenden erarbeiten sich zum einen ein visuelles Repertoire eines Wissens zur Wirkung und Erfahrung architektonischer Räume sowie einen differenzierten Einblick in assoziative Techniken von Architekturerleben und -wahrnehmung. Ergänzend zur Herstellung räumlicher Arbeiten, werden die Erfahrungen in selbstgeführten Dokumentationen festgehalten. 

 

Semesterarbeiten

Einhausung – 
Aldis Pahl, Sven Grothues

Häute – 
Linus Huber

Narben – 
Lucas Habermeyer